Das Vergolden mit Metallfolie mag auf den ersten Blick wie eine komplexe Technik wirken, aber das ist sie ganz bestimmt nicht. In diesem Artikel erklären wir dir alles, was du vor dem Auftragen von Metallfolie wissen musst!
1. Gut angefangen ist halb gewonnen
Du benötigst nicht viel Material in deinem Werkzeugkasten, um direkt loslegen zu können:
- Metallfolie nach Wahl: Gold, Silber oder Kupfer
- Gold Size
- Lackpinsel
- Klare Wachse
Das Geheimnis liegt in der Vorbereitung. Bevor du mit dem Vergolden beginnst, musst du dafür sorgen, dass die Oberfläche, auf der du arbeitest, perfekt glatt ist. Unebenheiten werden nämlich erst noch deutlicher sichtbar, sobald du die Oberfläche vergoldet hast. Daher ist es ratsam, den Bereich, den du vergolden möchtest, vorsichtig mit etwas Schleifpapier mit hoher Körnung (>180) anzuschleifen. Wische die Oberfläche anschließend mit einem sauberen Tuch ab.
2. Gold Size
Anschließend kannst du mit dem Auftragen des Klebers beginnen. Verwende einen kleinen Flachpinsel, um die sogenannte „Gold Size“ auf die Stellen aufzutragen, die du vergolden möchtest. „Size“ ist ein altes englisches Wort für „Kleber“, daher bedeutet „Gold Size“ eigentlich „Kleber für Gold“.
Verwende nicht zu viel Kleber, da dies eine längere Trocknungszeit mit sich bringt und du Gefahr läufst, dass Tropfen entstehen. Wische eventuelle Tropfen an Stellen, an denen du kein Gold haben möchtest, sofort mit etwas Wasser weg.
Wenn du den Kleber an allen Stellen aufgetragen hast, lege den Pinsel, den du dafür verwendet hast, in ein Glas mit Wasser. Der Kleber trocknet nämlich ziemlich schnell, wodurch der Pinsel unbrauchbar werden würde, wenn du ihn nicht sofort in Wasser tauchst. Da der Kleber auf Wasserbasis ist, lässt sich der Pinsel sehr leicht mit Wasser und eventuell etwas Seifenwasser reinigen.
Wenn du ein großes Projekt vergolden möchtest und in Abschnitten arbeitest, solltest du deinen Pinsel auch zwischendurch in ein Glas mit Wasser stellen. Wenn du mit dem nächsten Stück fortfährst, drückst du den Pinsel einfach mit den Fingern trocken und kannst direkt mit dem Auftragen des Klebers weitermachen.
Der Kleber, den du auf das Möbelstück aufgetragen hast, erscheint zunächst weißlich. Danach ändert sich die Farbe in ein violett-blaues, und schließlich bekommt der Kleber eine klare Farbe. Die durchsichtige Farbe zeigt an, dass der Kleber klebrig ist. Solange die Farbe noch blau ist, haftet der Kleber weniger gut, wodurch die Metallfolie nicht richtig haften wird. Erst wenn der Kleber vollständig durchsichtig ist (ungefähr nach 10 bis 15 Minuten), kannst du mit dem Auftragen der Metallfolie beginnen.
3. Time to shine!
Beim Auftragen der Metallfolie ist es hilfreich, deine Hände mit etwas Talkumpuder einzureiben. Das Talkumpuder sorgt dafür, dass du die Blättchen leicht festhalten kannst, ohne sie zu zerreißen.
Metallfolie ist nämlich sehr empfindlich und bricht schnell, wenn sie an deinen feuchten Händen kleben bleibt. Besonders wenn du Metallfolie ohne Transferfolie verwendest, ist dies riskant, da du die Metallfolie dann direkt anfassen musst.
Wenn du schmale Streifen aus Metallfolie auftragen möchtest, kannst du die Blättchen mit einer Schere in die richtige Größe schneiden. Auf diese Weise hast du am Ende etwas weniger Verschnitt.
Anschließend trägst du die Metallfolie auf den nun durchsichtigen Kleber auf. Du nimmst die Transferfolie fest in die Hand und versuchst, die Metallfolie selbst so wenig wie möglich anzufassen. Du legst die Metallseite des Blättchens mit der Unterseite nach unten auf den Kleber, sodass die Transferfolie oben liegt. Sobald die Metallfolie Kontakt mit dem Kleber hat, klebt sie fest. Du kannst sie dann nicht mehr verschieben.
Drücke die Metallfolie mit deinen Fingern sanft auf den Kleber und entferne die Transferfolie. Nimm anschließend die nächste Metallfolie und wiederhole die gleichen Schritte. Um eine gute Verbindung des Goldes zu gewährleisten, ist es am besten, die Blättchen jedes Mal ein wenig überlappen zu lassen.
Du wirst unterwegs sicher einige Stücke verpassen, da die Metallfolie im Laufe der Zeit kleine Risse bekommt oder du durch die Struktur von beispielsweise Schnitzereien nicht alle Details mit deiner Metallfolie erreicht hast. Schneide dann kleine Stücke Metallfolie ab und drücke sie vorsichtig auf die Stellen, an denen noch kein Gold auf dem Kleber ist, bis der gesamte klebrige Kleber bedeckt ist.
Nimm anschließend einen sauberen, trockenen Pinsel und mache eine streichende Bewegung über die gesamte Metallfolienoberfläche. Mit dem Pinsel versuchst du einerseits, die Metallfolie etwas besser auf den Kleber und das Möbelstück zu drücken, damit sie gut haftet, und andererseits möchtest du verhindern, dass zu viel Metallfolie abblättert. Bürste alle losen Metallstückchen weg und bewahre eventuell große, lose geratene Stücke für ein späteres Projekt auf.
Wiederhole diese Schritte, bis die gesamte Oberfläche vergoldet ist.
4. Ausarbeitung und Schutz
Wenn du fertig bist, musst du die Metallfolie noch mit einer Schicht aus klarem Wachs oder Lack schützen. Diese zusätzliche Schutzschicht sorgt dafür, dass die Metallfolie mit der Zeit nicht verfärbt. Es ist also ein sehr wichtiger Schritt, den du auf keinen Fall überspringen darfst.
Klares Wachs sorgt dafür, dass die Metallfolie etwas matter wird, aber eigentlich kommt die Optik dadurch dem echten Gold am nächsten. Wenn du den Glanz noch etwas dämpfen oder dem Möbelstück eine ältere Optik verleihen möchtest, kannst du dunkles Wachs über das klare Wachs auftragen.
Und du bist fertig…!